Hellmichviolins – Geigenbauer München

Mein Weg

Zum Glück

Ein paar

Persönliche Worte

Meine eigener Lebensweg zeigt auf, was die Musik und der Geigenbau für mich bedeuten und warum eine Geige für mich so viel mehr ist, als einfach nur ein Instrument.

Außerdem erfahren Sie, warum ich mich darauf spezialisiert habe, Einzelstücke mit Charakter zu fertigen und mich damit auf den Neubau von Streichinstrumenten nach Vorbild der alten Meister konzentriere. Es bedeutet mir viel, diese Einblicke zu teilen.

1. Kapitel

Entdeckung

Meine Erinnerungen an das 800 Seelendorf, in der ehemaligen Tagebauregion der Lausitz sind geprägt vom Duft der Kiefernwälder und dem sandigen, vom Kohleabbau umgewälzte Boden unter meinen nackten Füßen.

Meine Familie war gepreägt von der DDR. Auf unserem Bauernhof versorgten wir uns selbst mit Lebensmitteln, wie Eiern, Obst und Gemüse.

Man muss sich heute daran erinnern, wie ungewöhnlich es damals war, dass meine Mutter mit Anfang 20 den Wunsch äußerte, Klavier spielen zu wollen.

Noch ungewöhnlicher aber war, dass ein kleines Mädchen am Tage des Besuchs des Klavierstimmers, diesem die reinen, korrekten Töne vorsang.

An diesem Tag flammte zum ersten Mal ein ungeahntes Talent auf.

2. Kapitel

Faszination

Als meine alleinerziehende Mutter es mir im Alter von sechs Jahren ermöglichte, beim Tag der offenen Tür der Musikschule, verschiedene Instrumente zu testen, war es vollkommen um mich geschehen. Ich war erstarrt und von tiefstem Herzen berührt, als ich diese Welt zum ersten Mal betrat. 

Mein kindlicher Verstand fühlte einen tiefen Frieden und hingebungsvolle Sehnsucht. Es war die Geige, die mich von allen Instrumenten am meisten fesselte. Ich war fasziniert von dieser Welt, in der man sich wortlos verstand und die Menschen mit sich in einen Sog brachte.

All das ging von der Symbiose zwischen Spieler und Instrument aus.

Schnell wurde klar, dass ich anders war. Ich gab meine Geige nur selten aus der Hand, wollte meiner Mutter in der Badewanne im dunstigen Badezimmer vorspielen. Selbst ein Gipsarm konnte mich nicht davon abbringen, täglich stundenlang in den Geigenklängen zu versinken.

3. Kapitel

Veliebt

Ja, ich war verliebt.

Ich war so sehr verliebt in diese Welt und in meine Violine, dass ich weinend die erste Orchesterprobe verließ.

Denn das Zusammenspiel und dieser erfüllende Klang, der durch die verschiedenen Instrumente meine Zellen zum Beben brachte, berührte etwas tief in mir.

(Meine Mutter hatte die Probe vor der Tür belauscht und erzählt heute noch, dass sie noch nie so schiefe Musik gehört hat – ich war schließlich erst sechs Jahre alt.)

4. Kapitel

Besessen

Mein innerer Antrieb wuchs und wuchs, mein Fleiß und Ehrgeiz brannten und ich war hartnäckig, die Beste zu werden. Ich fidelte mich täglich stundenlang in Trance, war wahnsinnig stolz in jungen Jahren bereits Wettbewerbe zu gewinnen und statt in den Urlaub, auf Meisterkurse zu verreisen.

Bald kamen Förderungen und Sponsoren, es folgten erste Preise auf Bundesebene, Konzertreisen als Solistin bis nach Syrien und Jordanien. Mit 15 Jahren begann ich mein Jungstudium an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Einige nannten mich „Wunderkind“.

Wettbewerbe, Konzerte, Konzertreisen, Jungstudium, alles neben dem Abitur – ich übte in den Pausen, statt mit den anderen Schülern auf dem Pausenhof zu spielen, im Unterricht erwischten mich die Lehrer*innen dabei, wie ich auf meinem Lineal meine Stücke durchging. Meine schulischen Leistungen und meine psychische Gesundheit wurden schlechter und schlechter. 

Wo war das verzückte kleine Mädchen hin, welches sich in seine Geige verliebte und aus Freude musizierte?

Ich hatte aus den Augen verloren, worum es bei der Musik immer für mich ging.

5. Kapitel

Zurück zum Anfang

Also erinnerte ich mich zurück an die schönsten Momente meines Lebens.

Der berührendste war, als ich Laetitia traf. Laetitia ist kein Mensch, sondern sie war die Violine, die mich lange begleitete. Unsere Beziehung war sehr innig, ich kannte sie und ihre Eigenheiten in- und auswendig, wusste wie sie reagiert, kannte die verschiedenen Charakterzüge, die ihr innewohnten und wir waren ein Dreamteam.

Ja, man kann fast sagen, die Beziehung zwischen Musiker und Instrument ist wie eine Liebesbeziehung.

Laetitia war auch insofern besonders, als dass sie aussah und klang wie eine originale italienische Violine aus der Zeit Stradivaris. Blindtests belegen, dass moderne Violinen den alten Meistern klanglich in nichts nachstehen müssen! Eine solche originale Violine hätte ich mir, wie die meisten Musiker*innen nie leisten können. Laetitia aber, war erst wenige Jahre alt und nicht einmal halb so teuer! 

Was für ein Glück es wohl wäre, ein solches Geschenk auch anderen Musiker*innen machen zu können.

Aber nach dem Abitur einen Ausbildungsberuf zu absolvieren, fühlte sich für mich eher wie ein Rückschritt an. Für mein Glück musste ich mich frei machen von Erwartungen und auf meinen Instinkt und mein Bauchgefühl vertrauen, Destination -> glücklich sein.

6. Kapitel

Glücklich

Und plötzlich fügte sich alles.

Auf Anhieb ergatterte ich als eine von über 200 internationalen Bewerbern einen der 12 begehrten Ausbildungsplätze an der weltweit renommierten Geigenbauschule in Mittenwald.

Ich war angekommen.

Das bemerkte ich daran, dass sich die Tätigkeit für mich leicht anfühlte. Nicht handwerklich leicht, eine exzellente Geige zu bauen erfordert großes Feingefühl, handwerkliches Können und Wissen. Sondern insofern leicht, als ob meine Seele ihre Aufgabe gefunden hatte.

Ich liebe meinen Beruf. Sowohl die Abgeschiedenheit, wenn ich mich einem Instrument voll und ganz widme und dem Holz Leben einhauche und einen Charakter verleihe.

Als auch den Moment, wenn ich einem Musiker oder einer Musikerin damit eine Stimme verleihen kann. Wenn sich neue Klanghorizonte eröffnen und diese lebenslange Liebe entsteht, wie zwischen Laetitia und mir.

Dieser Moment ist magisch und erfüllend. Das ist mein Glück.

Heute erschaffe ich

Charakterstücke

Jede Violine habe ich ca. 250 Stunden in meinen Händen.

Mir ist dabei wichtig, ein Instrument zu bauen, das Ecken und Kanten hat und sowohl äußerlich, als auch klanglich durch seine Vielseitigkeit überzeugt. Ich möchte den Menschen eine Idee meiner Laetitia schenken.

Ein Instrument mit Strahlkraft und Charme, charakterstark, eben so einzigartig, wie Sie es sind. Ein Instrument, welches meine Handschrift trägt und auch optisch ein Hingucker ist.

Das Selbstbewusstsein sich zu spezialisieren auf den Neubau hat sich ausgezahlt, ich möchte nicht jedem gefallen, sondern den Musikerinnen und Musikern, die meine Vision teilen:

Trau dich, deiner Vision nachzugehen.

Ein kleiner Nachtrag zum Geigenspiel: Ja, ich spiele wieder voller Freude. Allerdings nicht mehr auf dem Niveau, wie es früher einmal war. 

Als Konzertmeisterin in einem Amateurorchester und Mitglied in verschiedenen Bands (unter anderem Metalmusik), habe ich zu einem freieren und leichteren Umgang zur Musik zurückgefunden.

Wie der beste Klang entsteht

Was wir für Sie tun können

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