Hellmichviolins – Geigenbauer München

Über die

Klangforschung

Mehr als Handwerk

Kunst &
Wissenschaft

Geigenbau ist mehr als Handwerk; es verbindet Physik, Intuition, Chemie, Geometrie, Leidenschaft und Kunst.

Das Produkt dieser Symbiose ist ein Instrument, das nicht nur Spieler*innen dient und funktionieren soll, sondern ein unsichtbares Klangkunstwerk, das Menschen weltweit berührt, vereint und bewegt.

Die Basis dafür bildet das Grundmaterial – einzeln handverlesene Klanghölzer und Zubehör, die den höchsten Qualitätsstandards entsprechen, kombiniert mit einem der Vorbildmodelle:

  • Guarneri (kräftig, direkt, rau)
  • Amati (süß, ausgeglichen, warm)
  • Stradivari (klar, direkt, strahlend)


Mit Ihren Vorstellungen und meiner Handschrift entsteht so ein echtes Unikat, das zu Ihnen passt.

Welche Überlegungen, Details und Arbeitsschritte im Bereich der Klangforschung darüber hinaus in meine Arbeit als Geigenbauerin in München einfließen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Die Wissenschaft der

Frequenzmessung

Wissenschaftliche Messungen ermöglichen es heutzutage sehr genau, die Klangprofile der berühmtesten und begehrtesten Instrumente aller Zeiten darzustellen.

Ebenso können 3D Laserscanner auf den 100tel-Millimeter genau jedes Instrument vermessen und somit in empirischen Studien gewisse Similaritäten festgestellt werden.

Auch eine Geige kann zum Großteil mittlerweile maschinell auf Grundlage dieser Daten angefertigt werden, jedoch geht dann ein wichtiger Aspekt verloren: Jedes Klangholz, selbst zwei Stücke aus demselben Baum, werden sich nie 100%ig gleichen. 

Dichte, Gewicht, längs und Quersteifigkeit, Wuchs und Schall-Leitgeschwindigkeit, sind essenziell in der Bearbeitung zu beachten, um es so in Form zu bringen, dass das volle Potenzial bei dem Bau ausgeschöpft wird.

Das zu erreichen und  jedem Werkstück die besten Klangeigenschaften zu entlocken, ist meine Passion.

Die Bedeutung von

Material & Vorbild

Dieser Prozess beginnt bei der Wahl des Modells und dem entsprechenden Klangholz. Um dem gewünschten Ergebnis möglichst nah zu kommen, wird jedes Holz von mir handverlesen, so kann ich optisch und klanglich einen großen Einfluss auf das Endergebnis nehmen.

Der für mich spannendste Arbeitsschritt abgesehen davon der Wölbung seine äußere Form und somit einen bestimmten Klangcharakter zu geben, ist es, die Stärken der Decken- und Bodenplatte auszuarbeiten und aufeinander abzustimmen. Durch mein absolutes Gehör und das Wissen um die Klangprofile italienischer Meisterinstrumente, kann ich nach Gehör, Decke und Boden stimmen, indem ich die Eigentöne durch die Stärkenverteilung beeinflusse.

Vergleicht man CT-Scans der alten Meister, werden gewisse Ähnlichkeiten sichtbar. So ist der Mittelteil meist deutlich stärker und läuft zu den Rändern hin dünner werdend, harmonisch aus. Wie nun aber diese Stärken verteilt und welches Maß für Maximal und Minimalstärke festgelegt wird, ist sehr ausschlaggebend für den Klang und bedarf Wissen, Feingefühl und verschiedener Messtechniken.

Jeder einzelne Teil des Streichinstruments hat einen Einfluss auf die Klangbildung, selbst solche, die auf den ersten Blick nur einem funktionellen Charakter zu dienen scheinen (Saitenhalter, Anhängesaite, Kinnhalter, Griffbrett, Hals und Schnecke etc.).

Diese einzelnen Resonanzbereiche in Balance zu bringen, ist die Kunst – und eine meiner Kernkompetenzen.

Wichtig ist mir zugleich die Verwendung möglichst nachhaltiger Materialien und ein schonender Fertigungsprozess in 100%iger Handarbeit in meiner Werkstatt in München.

Lisa Hellmich in München mit Geige in der Hand

Eigentöne von

Decken- &
Bodenplatte

Versetzt man eine Platte, wie Decke oder Boden eines Instruments, in Schwingung, beginnt sie in einer ihrer akustischen Moden, infolge von Eigenresonanz, zu schwingen.

Sichtbar gemacht werden können die Schwingungen, indem die Platte mit beispielsweise trockenem schwarzen Tee bestreut wird. Bei der Anregung in verschiedenen Frequenzbereichen sammelt sich der Tee durch die Vibration an den Knotenpunkten. Auf diese Weise werden die Knotenlinien der stehenden Wellen sichtbar, die sich auf der Platte ausbilden.

Das Phänomen der Chladnischen Klangfiguren wurde von Ernst Florens Friedrich Chladni im 18. Jahrhundert entdeckt.

Die Eigenresonanzen von Decke und Boden sichtbar zu machen hilft mir als Geigenbauerin, die Frequenzen durch die Ausarbeitung von Decke und Boden so weit das Holz es zulässt, aufeinander abzustimmen. Dafür nutze ich das Wissen der alten Meister, indem ich Decke und Boden bei einem der Knotenpunkte der verschiedenen Hauptmoden halte, und durch Klopfen die Frequenzen erhöre.

Ebenso kann ich durch leichtes Biegen in Längs- und Querrichtung die Steifigkeit des Holzes erfühlen. Nicht nur die Decke und der Boden für sich können so aufeinander abgestimmt werden, sondern auch das Verhältnis der beiden Platten ist entscheidend sowie deren Gewicht.

Dadurch habe ich einen großen Einfluss auf die Klangbildung meiner Instrumente und garantiere eine ausgesprochen gute Klangqualität.

Sie möchten mehr über meine Geschichte als Geigenbauerin oder mein Nachhaltigkeitsversprechen erfahren? Dann lade ich Sie dazu weiter unten auf der Seite herzlich ein.

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Lisa Hellmich, Geigenbauerin in München

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