Hellmichviolins – Geigenbauer München

Wie kommen die Preisdifferenzen von Instrumenten zustande? Was ist ein Instrument wert?

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Was ich von 39,99€ Geigen halte, dürfte spätestens nach meinem letzten Blogbeitrag kein Geheimnis mehr sein (mehr hier…). Doch was macht den Unterschied zwischen einer 10.000€ Geige und einer Stradivari, die für mehrere Millionen gehandelt wird?

Das „Geheimnis der Stradivari“ wie es viele nennen, möchte ich in diesem Beitrag gar nicht aufrollen. Lassen Sie uns lieber über die Unterschiede philosophieren, die eine solch immense Preisspanne bei Instrumenten rechtfertigen.

Sind Sie an diesem Punkt noch der Meinung, dass ein beliebiges Instrument für sagen wir 100.000€ den zehnfach besseren Klang verglichen zu einer 10.000€ Geige hat? Sie können es sich denken. Ich würde diese Frage nicht stellen, wenn die Antwort nicht etwas ernüchternd wäre.

Klang und Preis stehen ab sagen wir ca 5000€, in keinem Verhältnis mehr zueinander. Es gibt aber harte Fakten unabhängig vom Klang, einen Wert zu rechtfertigen.

  • Wie alt ist das Instrument?
  • Wurde es in Einzel- oder Serienfertigung hergestellt?
  • Kann das Instrument einer Schule (Vogtland, Mittenwald, Cremona…) oder sogar einem bestimmten Erbauer zugeordnet werden?
 

Der Zettel im Instrument gibt oft wenig Aufschluss über den tatsächlichen Ursprung. Zettel wurden gerade in der Massenindustrie maschinell, in Serienfertigung hergestellt und dabei der Name „Stradivari“ millionenfach in sächsischen Fabrikgeigen angebracht. Für den Laien sind stilistische, bauliche Details oft schwer einer Schule zuzuordnen, doch ein erfahrener Geigenbauer kann anhand der Bauweise, dem Lack und der Form zumindest einen groben Anhaltspunkt liefern und legt auch nach diesen Kriterien die Preise seiner Instrumente fest.

Sind die oberen Punkte klar, so entscheiden Qualität der Arbeit und Zustand, ob das Instrument im oberen oder unteren Preissegment angesiedelt wird. Sobald ein Instrument einem spezifischen Geigenbauer zugeordnet werden kann, ist dies meistens deutlich teurer und erhält Sammlerstatus.

Da wären wir auch schon beim spannenden Thema der Historie einer Geige. Desto genauer nachvollzogen werden kann, wer die Vorbesitzer eines Instruments waren, desto teurer ist es für gewöhnlich. Geigen mit „Lebenslauf“, die im Idealfall einer Berühmtheit gehört haben, sind besonders hoch gehandelt. Ich muss Sie allerdings enttäuschen, bei einfachen Geigen ohne Namenhaften Geigenbauer-Background, hilft auch die beste lückenloseste Geschichte nicht dabei, den Wert zu steigern.

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